Ökumenisches Gespräch

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Seit nahezu 50 Jahren sprechen wir – evangelische und katholische Christinnen und Christen – im Rahmen des Ökumenischen Gespräches in Königsdorf intensiv miteinander. Wir lernen beim Hin- und Zuhören, uns gegenseitig besser zu verstehen und erleben im Dialog, wie sich unser eigener Glaube vertieft.

In diesem langen Zeitraum ist das Ökumenische Gespräch Keimzelle und Antriebsfeder für viele gemeinsame Aktivitäten in Königsdorf gewesen – bis hin zur Gemeindepartnerschaft mit unserer katholischen Schwestergemeinde im Jahr 2000. Seitdem hat es viele ökumenische Gottesdienste und Veranstaltungen gegeben.

Im Rahmen der Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk im Rhein-Erft-Kreis stellen sich seit einigen Jahren kenntnisreiche Dozentinnen und Dozenten aus unserer Region zur Verfügung, um im Ökumenischen Gespräch theologische Anstöße zu geben, das Gemeinsame aufzuzeigen, aber auch das zu würdigen, was unsere Konfessionen unterscheidet.

Immer wieder bestätigen die Teilnehmenden, wie viel sie in diesen Gesprächen für ihren eigenen Glauben gewinnen. In guter Erinnerung sind auch die Besuche anderer christlicher Gemeinden in und um Köln.

 

Neue Themenreihe des Ökumenischen Gespräches im Jahr 2022

Künstliche Intelligenz (KI) – eine Herausforderung an unser Zusammenleben und Menschenbild?!

alle Informationen als PDF zum Download

Das Ökumenische Gespräch lädt ein an vier Abenden zu einem kritischen Diskurs über die Entwicklungen Künstlicher Intelligenz und ihrer Bedeutung für unser Zusammenleben. Es ist eine Kooperation der Evangelischen Christusgemeinde Brauweiler-Königsdorf, der katholischen Pfarrei St. Sebastianus, Frechen-Königsdorf, dem Katholischen Bildungsforum Rhein-Erft , der Evangelischen Akademie im Rheinland und der Evangelischen Melanchthon Akademie Köln.
Digitale Innovationen und insbesondere die sich immer weiter entwickelnde sogenannte „Künstliche Intelligenz“ (KI) werden unsere künftige Lebens- und Arbeitswelt
prägen. Der Erwerb digitaler Kompetenzen unter Beachtung von ethischen Grenzen wird ein zentraler Faktor für eine nachhaltige Nutzbarmachung von Potenzialen zukunftsweisender Technologien wie der KI sein. Von Menschen geschaffen, können die Systeme künstlicher Existenz in vielerlei Hinsicht mehr als wir Menschen. Ihre Algorithmen bestimmen in einer hochvernetzten digitalen Welt zunehmend unsere Lebenswirklichkeit, sie verändern unser Selbst- und Weltverständnis. Die Veranstaltungsreihe will die Entwicklung aus technischer, politischer, theologischer und ethisch-rechtlicher Perspektive beleuchten.

Dies sind die vier aktuellen Termine mit den jeweiligen Referent(inn)en:

12. April – Stephan Noller
Was ist und kann künstliche Intelligenz? Eine „technische“ Hinführung
Unter dem Schlagwort „Künstliche Intelligenz“ verbergen sich unterschiedliche Technologien, die aber alle miteinander eint, dass sie zu enormen Leistungen fähig sind. Mit den modernen Hochleistungsrechnern, mit der Technik des „neuronalen Programmierens“, mit neuen Software-Architekturen sind sehr wirkmächtige
Instrumente entstanden, die an unterschiedlichen Orten der Gesellschaft Anwendung finden, sei es bei Suchmaschinen, allen Arten der Mustererkennung, Sprachübersetzung, beim autonomen Fahren. Der Vortrag führt in die Grundlinien dieser neuen Technologien ein.

 

10. Mai – Dr. Katharina Gerl
Gesellschaftliche Implikationen Künstlicher Intelligenz – Herausforderungen und Chancen für das soziale Miteinander
Bereits heute spielt Künstliche Intelligenz in vielfältiger Weise eine Rolle im Alltag. Sei es im Beruf, bei der Information und Kommunikation über soziale Medien
oder andere digitale Kanäle, bei der Partner:innensuche, in der Medizin oder beim Einkaufen im Internet. In all diesen und weiteren Bereichen nimmt die Bedeutung
algorithmisch unterstützter Prozesse und Entscheidungen zu. Die gesellschaftlichen Implikationen dieser Bedeutungszunahme nimmt der Vortrag in den Blick
und informiert über Herausforderungen und Chancen für das soziale Miteinander.


14. Juni – Prof. Dr. Johannes von Lüpke
Selbstüberschreitung des Menschen oder Götzendienst. Eine theologische Perspektive
Von Menschen geschaffen, können die Systeme künstlicher Existenz in vielerlei Hinsicht mehr als wir Menschen von Natur aus. Sie verfügen über übermenschliche
Kräft e und gewinnen mehr und mehr Macht über den Menschen. Nehmen sie in unserer technischen Welt den Rang von Göttern ein? Und können Menschen mit ihrer Hilfe geradezu göttliche Qualitäten gewinnen? Überschreitet sich der Mensch zum Gottmenschen (Homo deus)? Oder besteht die Gefahr, dass wir Götzen anbeten und darüber unsere Menschlichkeit verlieren?

 

9. August – Lukas Brand
Die ethischen Grenzen und rechtlichen Konsequenzen der KI
Sophia war auf dem Cover der Illustrierten Elle. Sie ist Vertreterin bei den Vereinten Nationen und Studiogast in diversen Talkshows. Man könnte sagen: Sophia ist eine Person des öffentlichen Lebens. Außerdem ist Sophia ein Roboter. Sophia wird einem kaum zufällig auf der Straße begegnen, wohl aber ihre entfernten Verwandten: Selbstfahrende Autos, Sprachassistent*innen und Tradingalgorythmen werden in unserer Gesellschaft zunehmend selbstverständlich, übernehmen
Funktion und Aufgaben von Menschen und treten mit ihnen in Interaktion. Spätestens wenn diese Interaktionen scheitern, stellt sich uns die Frage nach der Verantwortung der beteiligten Personen. Aber kann man bei einem Roboter überhaupt von einer Person sprechen? Der Vortrag geht dieser Frage nach und
schlägt verschiedene Lösungen für den moralischen und juristischen Bereich vor.

 

Die Gesprächsabende finden jeweils dienstags um 19.30 Uhr im Gemeindehaus Königsdorf, Pfeilstraße 40 statt.
Eine Teilnahme per Zoom ist ebenfalls möglich.

Die Einwahldaten für alle vier Veranstaltungen:
https://zoom.us/j/6664103863?pwd=K3VkNmtnR1Bzcy9ub2FRQjhXeHI3UT09
Meeting-ID: 666 410 3863
Kenncode: 34194276

Der Kostenbeitrag für die Teilnahme vor Ort beträgt 5 Euro pro Abend.